Ein Musterprozess kann bei einer Gruppe von Gläubigern, welche allesamt Ansprüche gegen denselben Anspruchsgegner geltend machen, prüfenswert sein. Die sich hierbei stellenden Fragen sind nicht in erster Linie zivilprozessualer Natur. Vielmehr geht es darum, im Einzelfall adäquate Vereinbarungen zu finden, einerseits unter den Gruppenmitgliedern und anderseits mit dem Anspruchsgegner (vgl. Bläuer, Rechtsausübung durch Gläubigergruppen, Diss. Univ. Luzern, 2007, 119 ff.).

Klagende Partei im Ausland: Vorausgesetzt, ein Gerichtsstand in der Schweiz bzw. einem Kanton mit Handelsgericht liegt vor und die übrigen Voraussetzungen sind erfüllt, ist Klage vor Handelsgericht zu erheben, wenn die beklagte Partei im schweizerischen Handelsregister eingetragen ist und (i) die klagende Partei in einem vergleichbaren ausländischen Register eingetragen ist oder (ii) die nicht eingetragene klagende Partei das Handelsgericht (anstelle des ordentlichen Gerichts) wählt.

Beklagte Partei im Ausland: Vorausgesetzt, ein Gerichtsstand in der Schweiz bzw. einem Kanton mit Handelsgericht liegt vor und die übrigen Voraussetzungen sind erfüllt, ist die Klage vor Handelsgericht zu erheben, (i) wenn die klagende Partei im schweizerischen Handelsregister und die beklagte Partei in einem vergleichbaren ausländischen Register eingetragen ist oder (ii) wenn nur die beklagte Partei in einem vergleichbaren ausländischen Register eingetragen ist und die klagende Partei das Handelsgericht (anstelle des ordentlichen Gerichts) wählt.

Vergleichbare ausländische Register sind gemäss Entscheiden des Handelsgerichts Zürich z.B. jene von Italien (vgl. Handelsgericht Zürich, HG150130, Entscheid vom 02.03.2017, lit. A.a.; Ziff. 1.2.2), Österreich (vgl. Handelsgericht Zürich, HG160010, Entscheid vom 10.06.2016, Ziff. 2.1, Ziff. 3.2.2), Deutschland (vgl. Handelsgericht Zürich, HG150029, Entscheid vom 21.10.2015, Ziff. 1.3.2), den Niederlanden (vgl. Handelsgericht Zürich, HG140235, Entscheid vom 05.08.2015, Ziff. 1.1, Ziff. 3.3), Polen (vgl. Handelsgericht Zürich, HG130147, Entscheid vom 29.10.2014, lit. A.a., Ziff. 1.1.2.2) und den British Virgin Islands (vgl. Handelsgericht Zürich, HG120079, Entscheid vom 27.05.2014, Ziff. 1.1.2.2).

Bei gegebenen Voraussetzungen und entsprechendem Antrag der beklagten Partei kann das Gericht der klagenden Partei die Leistung einer Sicherheit für die Parteientschädigung der beklagten Partei auferlegen. Die Voraussetzungen für eine solche Kaution können etwa vorliegen, wenn die klagende Partei:
a. keinen Wohnsitz oder Sitz in der Schweiz hat;
b. zahlungsunfähig erscheint, namentlich wenn gegen sie der Konkurs eröffnet oder ein Nachlassverfahren im Gang ist oder Verlustscheine bestehen;
c. Prozesskosten aus früheren Verfahren schuldet; oder
d. wenn andere Gründe für eine erhebliche Gefährdung der Parteientschädigung bestehen (Art. 99 Abs. 1 ZPO).